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Essverhaltensstörungen

Essverhaltensstörungen

"Nein, ich esse meine Suppe nicht ...."

  • Gibt es längerfristige Probleme beim Stillen bzw. beim Abstillen ihres Kindes?
  • Verweigert ihr Kind seit längerem die Nahrung, erbricht  immer wieder oder zeigt ein sehr wählerisches Essverhalten?
  • Nimmt ihr Kind nicht altersentsprechend zu oder hat auch in anderen Bereichen Probleme wie z.B. Ein- und  Durchschlafstörungen oder häufige Infekte?
  • Sie möchten, dass ihr Kind altersangemessen und ausgewogen isst  und eine  positive Atmosphäre am Familientisch herrscht
  • Sie sind daran interessiert, psychosomatische Erkrankungen und Verhaltensprobleme aus einer umfassenden Perspektive zu betrachten
  • Sie sind bereit, aktive Mitarbeit zu investieren

Dann sind Sie hier richtig
Was tun, wenn Ihr Kind...

  • nicht essen will, immer wieder würgt oder erbricht?
  • immer gefüttert werden will, obwohl es selbständig essen könnte?
  • beim Essen unruhig hin- und her rutscht oder immer wieder aufsteht?
  • nur isst, wenn Sie es dabei beschäftigen oder ablenken?
  • nur wenige ausgewählte Nahrungsmittel annimmt?
  • feste Kost grundsätzlich ablehnt oder nur Süßes isst?
  • im Verlauf des Tages permanent essen möchte?
  • übermäßig lange für eine Mahlzeit benötigt?
  • nur unter Protest mit viel Geschrei zu füttern ist?
  • Probleme beim Stillen bzw. beim Abstillen oder Zufüttern macht?
  • die Flasche nicht annimmt oder nicht richtig saugt?
  • nicht an Gewicht zunimmt, nicht gedeiht?

Wie kann man sich solche Störungen erklären?
Jedes Problem hat seine eigene Ursache und seinen eigenen Grund.
Manchmal entstehen Essprobleme nach körperlichen Erkrankungen des Kindes (z.B. Infekten), manchmal spielt auch der Alltagsstress eine Rolle. Einige Kinder machen ganz plötzlich oder schon von Geburt an Probleme beim Füttern, bei anderen entwickelt sich die Störung nach und nach.
Eine genaue Abklärung der körperlichen, psychologischen sowie entwicklungsbedingten Faktoren ist notwendig, um daraus eine effektive Therapie einleiten zu können. 

Allgemeine Vorgehensweise:
Zunächst müssen folgende Fragestellungen geklärt werden:

  • Was passiert genau in der Esssituation?
  • Wie hat sich die Störung entwickelt?
  • Gibt es körperliche oder entwicklungsbedingte Ursachen?
  • Gibt es weitere Auffälligkeiten (z.B. Ein- oder Durchschlafstörungen)?
  • Ist das Kind mangelernährt oder untergewichtig?
  • Welche Untersuchungen und Therapien sind bis jetzt erfolgt?
  • Wie reagiert es auf Veränderungen und Stress?
  • Wie reagiert das Kind auf Grenzsetzung?
  • Wie gestaltet sich die Eltern - Kind Beziehung?Zur Therapie:
    Die Therapie beschränkt sich nicht darauf, das Kind vordergründig „ans Essen zu kriegen“, sondern hat zum Ziel, die Persönlichkeit des Kindes zu stärken und eine stabile positive Kommunikation zwischen Eltern und Kind aufzubauen. So wird nicht nur das Essverhalten des Kindes normalisiert sondern auch die Lebensqualität der gesamten Familie verbessert.
    Wir erfassen alle relevanten Informationen, um daraus eine umfassende und  zielgerichtete Behandlungsstrategie abzuleiten. Da viele dieser Kinder nicht nur beim Essen Probleme machen, sondern auch in anderen Situationen (z.B. beim Schlafen), ist es für einen dauerhaften Erfolg notwendig, alle Problembereiche in der Therapie zu berücksichtigen. Die Hauptbezugsperson des Kindes wird grundsätzlich mit aufgenommen, wenn möglich werden der Partner und weitere wichtige Bezugspersonen in die Therapie mit eingebunden.

In den Jahren 1995 bis 2000 nahmen über 100 Kinder im Rahmen des stationären Aufenthaltes in der Klinik an einer Studie zum Essverhaltenstraining teil. Die Statistik zeigt die Altersverteilung.



Das Essverhaltenstraining (EVT)
Die mehrwöchige Therapie ist standardisiert und beinhaltet mehrere, aufeinander aufbauende Phasen. Zeitweise werden die Eltern ganz aus der Verantwortung für die Esssituation herausgenommen, so dass die oft spannungsgeladene Atmosphäre entschärft werden kann. Das Essverhaltenstraining findet immer in einer 1:1 Situation statt (d.h. ein Betreuer - ein Kind). Nach und nach werden die Eltern mit in die Therapie integriert. Betreuer und Therapeuten helfen ihnen und dem Kind schrittweise, neue Verhaltensweisen zu entwickeln. Videoanalysen können die problematischen Verhaltensmuster verdeutlichen  und Veränderungsmöglichkeiten aufzeigen. Auch der Aufbau einer altersangemessenen Kost erfolgt schrittweise, wobei für jede Mahlzeit eine genaue Dokumentation bezüglich gegessener Menge (in Gramm), Nährwert (kcal) und Verhalten erfolgt. Das Ziel ist eine altersentsprechende Ernährung bei altersentsprechendem Verhalten.

Kinder im exzessiven Konfliktverhalten können nicht nur die Nahrungsaufnahme, sondern auch das Trinken über eine Reihe von Tagen so stark reduzieren, dass unter Umständen eine starke gesundheitliche Gefährdung besteht. Im Rahmen der stationären Therapie wird die Essverhaltensstörung als Gesamtphänomen betrachtet und behandelt, wobei eine ständige medizinische Kontrolle erfolgt. Über ein Seminarprogramm werden die Eltern außerdem im Umgang mit den chronischen Störungen aufrechterhaltenden Bedingungen ausgebildet. Ziel der Behandlung ist nicht nur die Beseitigung der Akutsymptomatik, sondern vor allem auch der Abbau von Chronifizierungsprozessen.

Das Programm beinhaltet folgende Bausteine:

  • Essverhaltenstraining nach Standard
  • Aufbau einer altersentsprechenden Ernährung
  • konstante ärztliche, pflegerische und psychologische Kontrolle
  • ärztlich-pflegerische Betreuung im Akutfall
  • psychologische Unterstützung und Beratung der Bezugsperson
  • Klärung der Ursachen und Hintergründe der Fütter/Essverhaltensstörung
  • Verbesserung der vegetativen Stabilität (z.B. Schlafverhaltenstraining, Strukturtherapie)
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Stressbewältigungsfähigkeiten und der sozialen Kompetenz (Training in Alltagssituationen)
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Kommunikation Eltern - Kind (Interaktionstraining, Videoanalysen)
  • Bindungs- und Trennungstraining
  • Autogenes Training, Laufprogramm
  • gezielte Interventionen in weiteren Problembereichen (z.B. Spieltherapie)
  • Rückfallprophylaxe: intensive Schulung der Eltern für die häusliche Umsetzung
  • Angehörigenseminare
  • regelmäßige Kontrolltermine
  • Telefonberatung




Ergebnisse der Studie zum EVT  (1995 - 2000): Bei 76 % der Patienten war das EVT erfolgreich, d.h. die Nahrungsverweigerung trat auch in der häuslichen Umgebung nicht mehr als dauerhaftes Problem auf.

Kosten:

Die Kosten für die Behandlung werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen.

  • Anmeldung / Vorgespräch (auch telefonisch)
  • Behandlungsdauer: je nach Ausprägungsgrad der Symptomatik:  3-7 Wochen
  • Mitaufnahme der Hauptbezugsperson
  • Unterbringung in einem Eltern-Kind-Zimmer
  • Alter: Säuglinge, Kleinkinder, Schulkinder
  • für schulpflichtige Kinder findet regelmäßig Unterricht statt
  • regelmäßige Kontrolltermine

Zur Aufnahme erforderlich ist...

  • ein Vorgespräch mit dem therapeutischen Leiter (auch telefonisch)
  • eine stationäre Einweisung durch den  Kinder- oder Hausarzt
  • eine Anmeldung / Terminplanung
Dipl.-Psych. Dietmar Langer
Dipl.-Psych. Dietmar Langer
Tel.: 0209 369-227
Dr. med. Kurt-André Lion
Dr. med. Kurt-André Lion
Gesamtleitung
Tel.: 0209 369-295
Ausgezeichnet für KINDERKTQ-Zertifikat
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